Hallo Soerfi. Wie geht es dir im Moment?
Sensationell, wie meistens.
Wie sieht ein normaler Tag aus bei dir?
Ich steh am Morgen so kurz vor 8 Uhr auf, fahr ins Office und starre für ein paar Stunden in meinen Mac, dann ab nach Hause zum Mittagessen. Ein kurzer Austausch mit meinen 2 Girls, Ava und Amy und meiner Frau Sharon, dann geht’s schon wieder zurück in Office. Wieder hinter den Mac. Normalerweise geht’s um sieben wieder nach Hause. Nachtessen.
Ein bisschen Family Time bis die Kids im Bett sind und dann geht’s entweder wieder hinter den Computer weiterarbeiten oder Netflix.

Welche Netflix-Serie kannst du empfehlen?
Wir haben grad «Norsemen» fertig geschaut. Absolut genialer und erfrischender Humor.
«HAPPY!» war auch super. Vielleicht nicht jedem sein Ding, ich habe mich aber fast totgelacht. Die Serie ist ziemlich blutig und brutal aber der Humor ist einzigartig.
Ich schaue gerne lustige Serien. Wenn sie mit Action gespickt sind, um so besser. So wie viele Filme der Cohen Brüder. Obwohl ich gar kein Horror Fan bin, fand ich Stranger Things schon auch sehr gut.
Ich hätte damals nie gedacht, dass ich ein paar Jahre später, Jeff Kendall zu meinen Freunden zählen darf.
Erzähl mal wann du mit SB angefangen hast und wie es dazu kam?
Das war so ca. 1988 in den Ferien in Kroatien. Da habe ich zum ersten Mal Skateboarding live gesehen. Ein Freund von mir aus Wien, konnte ein paar Tricks. Boneless, FS Ollies und Kickflip. Das hat mich total fasziniert und ich durfte auch mal probieren. Ab dem Moment wollte ich nur noch Skateboard fahren. Es hat dann aber doch noch ca. 1 Jahr gedauert, bis ich mir ein Skateboard leisten konnte. Um ein Skateboard zu verdienen, arbeitete ich 2 Wochen bei meiner Grossmutter auf dem Bauernhof. Aber zu meiner Enttäuschung kaufte sie mir dann im Intersport so einen Playcrew Zahnstocher für 49.90. In den folgenden Ferien arbeitete ich 2 Wochen in einer Elektronik Firma. So kam genug Geld zusammen, dass ich mir mit 15, mein erstes richtiges Skateboard kaufen konnte.
Was war dein erstes Pro Model?
Mein erstes Deck, konnte ich von einem Mitschüler abkaufen. Es war ein Santa Cruz – Jeff Kendall. Ich hätte damals nie gedacht, dass ich ein paar Jahre später, Jeff Kendall zu meinen Freunden zählen darf.
Das erste komplett neue Skateboard, das ich mir im Beach gekauft habe, war ein Sims, Eric Nash, mit Indy Trucks und Cross Bones Wheels.
Santa Cruz Jeff Kendall mit dem Zombie, Atombombe und der Erde? Ich glaub ich hab den auch auf den Streets/Wheels on Fire Videos gesehen. Mein Fokus galt aber ausschliesslich Natas Kaupas. Wie hast to Jeff kennengelernt?
Es war das Graffiti Board von Jeff. Ich habe vor ein paar Jahren noch eines gefunden. Das hängt jetzt bei mir im Office.
Jeff habe ich an einem Meeting in England kennen gelernt und wir verstanden uns von Anfang an sehr gut. Jetzt besuche ich ihn einmal pro Jahr in Santa Cruz und wir gehen zusammen essen und tauschen uns über die Entwicklung von Skateboarding, das Skate Biz, neue online Technologien und Family aus. Jeff hat sich vom Pro Skater bei Santa Cruz mittlerweile zum Präsidenten und Marketing Chef von NHS raufgearbeitet.

Wer war am Anfang dein Local Hero?
Ich bin in der Nähe von Andelfingen aufgewachsen, und wir sind am Wochenende meistens nach Winterthur gefahren, um zu skaten. Mario Janser und Mono waren die Winti Rippers zu denen ich aufgeschaut habe. Als wir dann aber nach Winterthur gezogen sind, wurden wir dicke Freunde.
„Das war der Moment an dem ich als Fotograf Angst um den Fahrer bekam“
Ich komme urspruenglich vom Mutschellen (AG) und habe mich schnell Richtung Stadt Zuerich (Landiwiese!) orientiert. Mir kommen da Namen in den Sinn wie Noecki, Schroedi, Yven, Sascha und wie sie alle hiessen. Sind ihr Winti-Rippers ueberhaupt mit dieser Clique rumgehaengt?
Es gab Zeiten da liess die Züri-Pride das nicht zu J. Als Nicht-Zürcher, und ich habe das Gefühl, speziell als Winterthurer war es früher schwierig von der Züri-Skate Elite respektiert und akzeptiert zu werden. Man musste sich den Respekt hart erarbeiten. Später wurde es dann ein bisschen einfacher und es haben sich viele gute Freundschaften entwickelt.Wer war frueher dein SG Hero?
Ganz am Anfang war natürlich Sonal Schönfeld der SG Ripper. Wir waren ein paar Mal miteinander unterwegs und Sonal hatte schon ein paar einzigartige Tricks.
Best Japan’s in the biz J
Ein paar Jahre später kam Andea Furgler. Andrea machten den krassesten Scheiss. Das war der Moment an dem ich als Fotograf Angst um den Fahrer bekam, wenn er was probierte.
Und wer ist es heute?
Mein kleiner Bruder, Fabio Martin. Flow, mega Style und einfach ein super Typ.

Wer war später dein Pro Hero?
Anfang 90er war mein Jugend-Idol Rick Howard. Sonst hatte ich nie irgendwelche Idole. Ich bewundere sehr viele Skater für ihr Talent, ihren Style oder ihre Kreativität, aber es waren nie irgendwelche Idole für mich. So ein paar All-Time Favorites sind: Louie Barletta, Daewon Song, Chris Haslam, Shane O’Neill, Jerry Hsu
Wer hat dich am Anfang gesponsert und wie weit bist du schlussendlich gekommen?
Mein erster Sponsor war der Local Skateshop in Winterthur «Beach and Snow». Airwalk war auch einer meiner ersten Sponsoren. Airwalk war zu dem Zeitpunkt die coolste Schuhbrand auf dem Markt. Über Brazil Distribution habe ich dann Plan B Stuff geflowt bekommen. Als ich dann an einer Milk Skateboards Demo, von Anthony Carney und Todd Congeliere gefragt wurde ob ich direkt für Milk Skateboards fahren möchte, wechselte ich dann zu No Way, da die Jungs den Vertrieb für Milk Skateboards gemacht haben. 1993 war das dann auch der Grund für meinen ersten Trip in die USA. Wir sollten für den Milk Video filmen, was wir dann auch gemacht haben. Leider wurde das Video nie released und die Footage verrottet wahrscheinlich in irgendeiner Schublade in LA.
Dann wurde ich lange von Globe und Carharrt unterstützt. Diese beiden Brands habe ich dann auch über Jahre noch als Teammanager unterstützt.
Wenn jemand den Weg als Skate Pro einschlagen will, was wuerdest du ihm/ihr fuer Ratschlaege mitgeben?
Erst die Lehre oder die Schule in der Schweiz abschliessen und dann ab nach Amerika.
Es ist wichtig einen Back-Up Plan zu haben, falls der Traum in den Staaten nicht wahr wird.
Man muss sich bewusst sein, dass nur wenige Pro-Skater richtig gut verdienen und dass das Zeitfenster sehr klein ist, wo man für die grossen Sponsoren interessant ist.
Dann man muss entweder die richtigen Leute kennen, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein oder wirklich einzigartig sein.
Wenn man die Chance bekommt, muss man ready sein, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das Level ist momentan extrem hoch und es gibt unzählige extrem gute Skater.

FS Lien – Perth
Wie hat sich SB die letzten 30 Jahren aus deiner Sicht entwickelt und wohin geht die Reise?
Ich habe in den letzten 30 Jahren, so viele verschieden Arten von Skateboarding kennengelernt. Wir starteten als Outcasts, von niemanden respektiert und von allen Seiten belächelt. Es gab Zeiten da war es schwierig jemanden zu finden der auch skatet. Man erkannte Skater an den Schuhen. Ich kann mich noch gut erinnern, fremde Leute am Bahnhof anzusprechen, nur weil sie «Ollie-Marks» an den Schuhen hatten. «Cool, du skatest auch? Lass uns am Wochenende dort oder dort zusammen skaten.» So haben sich viele Freundschaften entwickelt. Das war natürlich vor Mobiltelefonen. Wenn man dann am Wochenende nicht pünktlich am vereinbarten Treffpunkt war, war der Tag gelaufen und man konnte alleine skaten.
Wenn man älter wird, ist man versucht zu sagen, dass es früher besser war. Ich glaube das stimmt nicht. Es war einfach anders. Nicht besser und nicht schlechter. Meine persönliche Erfahrung und die Gefühle, die ich in diesem frühen Abschnitt meines Lebens hatte, waren natürlich neu und sehr intensiv. Es war eine absolut fantastische Zeit und ich denke gerne an diese Zeit zurück.
Ich bin aber überzeugt, dass Kids, die heutzutage anfangen zu skaten genau dieselbe Faszination und Gefühle für das Skaten verspüren wir ich zu meiner Zeit.
Skateboarding ist die Liebe meines Lebens und ich habe jede Ära mitgelebt und geliebt.
In meinen Augen ist die positivste Veränderung in der Entwicklung von Skateboarding, dass wir momentan an einem Punkt sind wo Skateboarding absolut frei ist. Ich habe Zeiten erlebt, wo man innert 2 Wochen, Tricks nicht mehr machen durfte, weil sie auf einmal nicht mehr cool waren, und andere Tricks machen musste, um cool zu bleiben. Ich habe das Gefühl heute ist man freier und kann so skaten wie man es liebt. Kleidung, Style, Tricks, alles ist OK. Hauptsache man skatet. Genau so muss es sein. Ich persönlich finde es genial, dass Tech Street Skater wie z.B. Yuto Horigome auch richtig stylish Vert fahren und fette Airs und Mc Twists können.

Sprechen wir ueber SigSagSug. Fuer mich nach No Way und Beach Mountain der SB-Laden in der Region Zuerich. Wie kam es dazu?
Meine 3 Partner waren alle sehr begnadete Snowboarder und in Winterthur gab es zu der Zeit keinen Shop mehr also eröffneten wir 1995 den Skate und Snowboard Shop «SigSagSug».
Wir haben viele Fehler gemacht und falsche Entscheidungen getroffen
Der VW Bus im Laden war der Knaller. Ich hab sogar noch ein Sticker an meinem Mountainbike. Wann habt ihr die Ladentuere schliessen muessen und warum?
hahaha… der VW Bus war wirklich cool. Viele VW Bus Fans konnten es zwar nicht nachvollziehen, dass wir das Teil auseinander geflext haben, um daraus eine Umkleidekabine zu machen.
Wir haben den Shop 2011 geschlossen. In den letzten paaren Jahren wurde der Markt immer schwieriger und wir haben viele Fehler gemacht und falsche Entscheidungen getroffen. Wir haben uns entschlossen den Shop zu schliessen, solange wir noch alle Rechnungen bezahlen und einen sauber Schluss-Strich ziehen konnten. Kurz nach der Schliessung von SigSagSug, haben wir entschlossen auch unsere Distribution John Doe Ltd. zu schliessen und alle 4 Partner gingen separate Wege.
Wenn du nochmals SigSagSug aufbauen koenntest, was wuerdest du anders machen.
Nichts! Ich bin nicht der Typ, der Sachen bereut und ich bin unendlich dankbar für alles Positive und Negative, das wir in dieser Zeit erlebt haben. Ich persönlich habe sehr viel gelernt und schlussendlich hat es mich in die Situation gebracht, in der ich jetzt bin. Ich könnte nicht glücklicher sein.
Ich habe Guido (Mitbegruender SigSagSug) durch Lozza in Vancouver 1996/7 kennengelernt. Er war als Distributor von West Beach da. Toller Typ. Was macht Guido heute?
Ich habe mit Guido 16 Jahre sehr intensiv zusammengearbeitet und wir haben gemeinsam viel erreicht. Nach der Schliessung unserer Firma, ist aber jeder seinen eigenen Weg gegangen und wir haben uns seither leider nur sehr selten gesehen. Ich glaube er ist bei Trek Bikes im Marketing tätig.

FS Bluntslide – Barcelona – ©AndiSpeck
Ich kann mich erinnern, dass du relative frueh Mitte 90er Jahren mit dem SB-Fotografieren angefangen hast. Da warst du noch voll im SB-Saft. Hast du dich frueher bereits mit der Fotografie herumgeschlagen oder kam das erst mit SB? Wie ist es schlussendlich dazu gekommen?
Ich habe etwa zeitgleich mit Skaten und fotografieren angefangen. Die Skateboard-fotografie hat mich natürlich extrem fasziniert da sie extrem anspruchsvoll und spannend ist. Ich habe mich immer als Werkzeug gesehen, den Skater und den Trick so stylish wie möglich abzulichten. Jeder Skater macht seine Tricks anders und je nach Skater und Trick kann der beste Moment oder Winkel für das Foto komplett anders sein. Das ist für mich bei jedem Foto die spannendste Challange. Ich habe schon vielen Skatern ehrlich gesagt, dass sich ein paar Tricks nicht für ein Foto lohnen. Kam nicht immer gut an… 😉
Fotografierst du heute noch? Mit was fotografierst du und was sind dein setup?
JEIN. Leider lässt es die Zeit nicht mehr so zu wie früher. Wenn wir aber auf einen Trip gehen, hab ich das Equipment natürlich dabei.
Ich habe ein recht Umfangreiches Arsenal an gutem Equipment. Ich sage immer, wenn man nicht fotografieren kann, braucht man gutes Equipment. Nikon Kamera und Profoto Blitze und da kann fast nichts mehr schief gehen.
Bildbearbeitung? Falls ja, was machst du und was nicht?
Ich benutze hauptsächlich Lightroom von Adobe. Ich probiere eigentlich meine Bilder so zu schiessen, dass ich in der Post möglichst wenig machen muss. Es gibt aber natürlich auch Situationen, wo ich auch mal zu Photoshop greife, um ein paar störende Faktoren aus dem Bild zu retuschieren.

Du hast SKATE.CH aufgebaut. Wie kam es dazu und wie laeuft der SB-Online Handel?
Nach John Doe Ltd. und SigSagSug hab ich Anfang 2012 mit illUMATE GmbH, meinen eigenen kleinen Skateboard Vertrieb gegründet. Nach SigSagSug wollte ich eigentlich nicht wieder ins Endkundengeschäft und sah mich ganz klar als Distributor. Ich wollte es den Skateshops so einfach wie möglich machen, an die die Produkte zu kommen. Der Fokus war auf faire Preise, schnelle Lieferzeiten und permanenten Zugriff auf ein grosses Lager. Ich habe viel in die IT investiert, um den Shops den bestmöglichen Service zu bieten. In den ersten 2 Jahren merkte ich, dass leider viele Shops nicht so an das Potential von Skateboarding glaubten. Wir probierten unseren Job als Distributor so gut wie möglich zu machen, aber wenn der Shop die Waren nicht einkauft, die bei uns am Lager liegt, kann der Kid das Produkt auch im Shop nicht kaufen. Immer häufiger habe ich Kids gesehen, die irgendwelche T-Shirts von Brands trugen, welche wir in der Schweiz vertreiben, aber ich wusste, dass kein einziger Shop in der Schweiz das T-Shirt eingekauft hatte. Also musste der Kids das T-Shirt online aus dem Ausland bestellt haben. Ich habe immer gesagt, dass es nicht mein Job also Distributor ist einen Onlineshop zu machen. Da es aber niemanden in der Schweiz gab, der zu dem Zeitpunkt ernsthaft an einem Online Skatehop interessiert war, blieb diese Aufgabe an uns hängen und wir starteten SKATE.CH.
Das Ziel ist es immer noch, dass der Skater im Local Skateshop seinen Stuff kauft. Wir sind mit SKATE.CH hier, falls der Local Shop die gesuchten Produkte nicht an Lager hat. Wir möchten, dass der Skater die Möglichkeit hat, seinen Stuff in der Schweiz zu kaufen und nicht bei online Riesen wie Skatedeluxe, Bluetomato oder Titus einkaufen muss. Das Geld sollte in meinen Augen in der Schweiz bleiben, damit auch Marketing in der Schweiz gemacht werden kann.
Wie einfacher oder komplizierter ist es im Vergleich zu einem SB-Laden?
Online ist viel aufwendiger, teurer und komplizierter als ein normaler Shop. Das wird total unterschätzt. Wir waren am Anfang auch zu blauäugig und haben es uns viel einfacher vorgestellt.
Das Geld sollte in meinen Augen in der Schweiz bleiben, damit auch Marketing in der Schweiz gemacht werden kann.
Kannst du mir ein Beispiel geben?
Für einen normalen Shop, braucht man eine Location und Goods und man kann schon loslegen. Für einen Online-Shop brauchst du erst die komplette IT: Server, Computer, Shopsoftware, ERP, Domain, verschiedene Drucker…
Dann brauchst du die ganzen Zahlungsanbindungen wie Kreditkarte, PayPal, Twint, …
Bei Rechnungskauf braucht man eine Bonitätsprüfung, die im Hintergrund live den Kunden überprüft und das Ok gibt, dem Kunden gegen Rechnung etwas auszuliefern. All diese Features müssen eingebaut oder programmiert werden und für alles braucht es unzählige Verträge und man muss Datenschutzrichtlinien einhalten.
Wenn du dann soweit bis, hast du noch keinen einzigen Artikel im Shop.
Um die Artikel sauber im Shop einzupflegen brauchst du Fotos, Produktetexte, EAN, div. Attribute, Kategorien, …
Wenn dann alles steht und der erste Kunde ein Produkt kauft, brauchst du eine Logistiklösung und alles, um ein Produkt sauber zu verpacken und zu verschicken.
Das Lokale Marketing ist ähnlich wie bei einem stationären Shop. Das digitale Marketing ist im Vergleich eine aufwendigere Sache. SEO, Google Datenstreams aufbereiten, Adwords Kampagnen, Newsletter Versand, …
Holy Molly, wenn ich das alles so aufzähle, wird mir erst bewusst wieviel wir in den letzten 3 Jahren alles gearbeitet haben.
Wie gross ist die Konkurrenz und wie unterscheidet ihr euch davon?
Wie gesagt, gibt es in der Schweiz eigentlich auch bis heute keinen anderen Online Skateshop. Im Ausland gibt es aber viele Grosse, welche die Schweiz aussaugen. Klingt vielleicht ein bisschen bitter aber versteh mich nicht falsch, es gibt einige die machen einen richtig guten Job und haben super Shops. Leider bringen die dem Skateboarding in der Schweiz nichts. Es schadet sogar, da das Geld ins Ausland fliesst und der Shop in der Schweiz keine Kohle mehr hat irgendwelche Events oder Fahrer zu unterstützen.

SKATE.CH Warehouse
Gibt es eigentlich Schweizer Board Companies die ueber die eigenen Kantonsgrenzen bekannt sind?
Es gibt viele kleine Schweizer Board Companies und viel von ihnen machen lokal einen super Job. Weit über die Lokale Szene schaffen es aber leider nur die wenigsten.
Wir haben uns mit SKATE.CH auf die Fahne geschrieben, für diese Brands ein Sprungbrett in die ganze Schweiz zu sein. Schweizer Brands können ihren Stuff bei uns im Shop einstellen und werden somit in der ganzen Schweiz verfügbar. Wir arbeiten auch noch an einer Page um die Schweizer Brands zu promoten und zu pushen. Wir hoffen, dass wir bald soweit sind, dass wir die Seite launchen können.
Und wie steht’s eigentlich mit Skatemags? Gibt’s ueberhaupt noch eins (Online oder Druck)?
Ja, es gibt das AVJT aus Bern. Die Jungs machen einen super Job und zurzeit ist bereits die 10 Ausgabe im Druck.
Ums «That Noise» wurde es vor ein paar Jahren leider ruhig, da die Finanzierung immer schwieriger wurde. Die Gründer haben das Mag dann an 3 Junge motivierte Skater abgegeben, welche dieses Jahr wieder eine Ausgabe gelaunched haben.Was meinst du zu SB an der Olympiade?
Ein sehr schwieriges Thema über das momentan viel diskutiert wird. Die Olympiade kann sich extrem positiv auf die Entwicklung von Skateboarding-Infrastrukturen und Institutionen, oder die Akzeptanz bei der Allgemeinheit auswirken. Das wäre schlussendlich positiv für Alle.
Auf der anderen Seite weiss niemand genau wie der Event von statten gehen wird und ob Skateboarding positiv und authentisch präsentiert wird oder ob Skateboarding so zurechtgestutzt wird, dass es nicht mehr viel mit dem Sport zu tun hat, welchen wir so lieben.
Wie es schlussendlich rauskommt, wird stark von der Organisation abhängen.
In der Schweiz hat sich die Swiss Olympic, meiner Meinung nach, leider die falsche Organisation ausgesucht, um Skateboarding zu repräsentieren. Das hatte den Effekt, dass durch alle Schichten die Olympia Frage noch kritischer betrachtet wurde.
Es ist utopisch zu erwarten, dass jeder Skater sich auf die die Olympiade freut, aber es wäre eine Chance gewesen über einen von Skateboardern akzeptierten Verband, die Akzeptanz für den Event bei Olympia-Kritikern zu steigern und das Beste für Skateboarding und Olympia rauszuholen.
Ich bin ein Skateboard-Fan und ob ich jetzt Street League, Tampa Am, X-Games, Olympiade, Vans Shop Riot oder Sven’s Kiddie Contest sehe, ich möchte einfach Skateboarder zuschauen, wie sie ihr Limit pushen und sich freuen wenn sie ihre Tricks landen.
Ich freu mich auf jeden Fall für alle Skater die nach Tokyo fahren dürfen und dort eine unvergessliche Zeit haben.

Bluntslide – Athen
Sven’s Kiddie Contest muss ich mir merken. Wer sind im Moment DIE Rippers in der Schweiz (Boy und Girl)?
Es gibt sehr viele gute und talentierte Schweizer Skater und ich tu mich schwer, Namen zu nennen da alle zu unterschiedlich sind und jeder auf seinem Gebiet DER Ripper ist.
Was ist dein naechstes Projekt? The Nine Club swiss style oder doch eher Soerfi’s Loveletter to Skateboarding?
Das ist eine meiner vielen Schwächen. Ich habe zu viele Ideen. Natürlich aber zu wenig Zeit und zu wenig Kohle, all diese Ideen zu verwirklichen.
Vor ein paar Jahren hatten wir mal eine Mobile App für Skatespots. Diese Idee haben wir wieder aufgegriffen und sind momentan in der Entwicklung einer neuen App.
Speziell auf Reisen, kann diese App ein sehr hilfreiches Tool für einen Skater sein.
Wir sind auch noch dran SKATE.CH komplett neu zu programmieren. Das wird aber sicher noch 6-12 Montage gehen, bis wir den neuen Shop launchen können.
Stehen bleiben heisst für mich Rückschritt. Ich glaube diese Einstellung kommt vom Skaten. Dort hatte ich auch den Drang meine Level immer weiter zu pushen und neue Sachen zu lernen, neue Leute zu treffen oder an neue Orte zu reisen. Ich bin zwar mit dem Alter konservativer geworden, trotzdem kann ich noch lange nicht stillsitzen. Es muss immer was Neues in Angriff genommen werden, sonst werde ich unruhig.
Ich freu mich auf jeden Fall schon auf das nächste Projekt.



